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Sciara - Artischocken, Feudalismus und seltsame Kirchen

Die sizilianische 2000-Seelen-Gemeinde Sciara ist sicher einer der letzten Orte, an die man im Zusammenhang mit einem Urlaub auf Sizilien denken würde. Die interessanten Seiten von Sciara erschliessen sich erst bei näherem Hinsehen. Ein Erkundung lohnt sich besonders für all diejenigen, die einen zentralen Punkt der sizilianischen Geschichte in einem Punkt konzentriert erleben möchten - den Feudalismus.

Dies ist aber nicht alles. Denkt man an Sizilien, hat man u.a. viele barocke Kirchen vor seinem inneren Auge. Die Kirchen von Sciara sind völlig gegen den Strich gebürstet. Das Video unten gibt Ihnen einen ersten Eindruck davon, ersetzt aber auf keinen Fall einen Besuch.

Diejenigen unter Ihnen, die sich schon immer gefragt haben, woher die vielen Artischocken auf Sizilien kommen, finden eine Antwort in Sciara.

Auch für die Freunde des Wanderns ist Sicara ein wichtiger Anlaufpunkt. Hier finden Sie den Zugang zum schönsten Teil des Reservat Monte San Calogero.

 

Die Geschichte von Sciara

1671 erhielt der Baron Filippo Notarbartolo Cipolla vom spanischen König das Territorium, das Recht der Gründung eines Ortes und den Titel "Principe di Sciara". Notarbartolo baute daraufhin ein Schloss, das noch heute als Wahrzeichen auf einem kleinen Hügel über dem Ort schwebt. Zur Gründung des Ortes gab er 1681 die Kirche Sant'Anna und 93 Wohnhäuser in Auftrag.

Dieses Vorgehen ist typisch für die Entstehung vieler Städte auf Sizilien. Eigentümer des meisten sizilianischen Landes war der König des Landes, das gerade Sizilien erobert hatte oder auch in bestimmten Perioden der Papst. König oder Papst vergaben Teile des Landes als Lehen an den Hochadel und die wiederum verliehen es an den niederen Adel oder an Verwalter. Diese wiederum liessen das Land durch landlose Bauern bearbeiten.

Dieses System des Feudalismus war über ganz Europa verbreitet, wurde de facto in Sizilien aber erst durch eine Landreform im Jahre 1950 beendet. Danach bildeten sich bäuerliche Familienbetriebe wie man sie auch in Nordeuropa kennt. Das sichtbarste Zeichen in Sciara sind insbesondere im Winter die vielen Traktoren mit Anhänger voller Artischocken.

Vor der Landreform von 1950 hat es bereits viele Reformversuche. Eine davon ging von einem Nachfahren des Gründers von Sciara aus: Emanuele Notarbartolo. Ihm gehörte bis 1857 ein Viertel des Schlosses von Sciara. Er verkaufte seinen Anteil und ging für ein Jahr nach Frankreich und England.

Beeinflusst durch Aufklärung und die Idee des gerade entstehenden italienischen Nationalstaats kam er nach Sizilien zurück und wurde Direktor der Banca di Sicilia. Nicht nur hier versuchte er seine Ideen umzusetzen, er gründete auch in der Nähe von Sciara 1873 den Musterhof Mendolilla. Hier bewies er, daß man mit den richtigen Anbaumethoden und Bewässerungtechniken Ödland in fruchtbaren Boden verwandeln kann. Der nach dem Hauptbahnhof größte Bahnhof und eine Hauptstraße Palermos wurden Emanuele Notarbartolo gewidmet.

Wegbeschreibungen für Sciara

In diesem Abschnitt finden Sie zwei Typen von Wegbeschreibungen. Der erste führt Sie von der Sprachschule Solemar Sicilia zum Parkplatz vor der modernen Pfarrkirche von Sciara, die zweite dient der Erkundung der Stadt und ihrer Umgebung.

Von Solemar Sicilia nach Sciara und zurück

Die Strecke von der Sprachschule Solemar Sicilia nach Sciara ist ca. 50 km lang. Sie verläuft größtenteils auf der Autobahn A19 (Palermo - Catania). Die letzten 5km der Strecke entschädigen für die langweilige Autobahn - sie bieten einen phänomenalen Blick auf die Madonien im Osten und den Monte San Calogero im Westen. Kurz vor dem Ende der Strecke können Sie diesen Blick sogar in Ruhe von einer Bar aus geniessen. Die Fahrt endet auf einem Parkplatz vor der Pfarrkirche von Sciara:

Für den Rückweg von Sciara zur Sprachschule Solemar Sicilia schlagen wir eine Strecke vor, die sich zu Beginn deutlich vom Hinweg unterscheidet. Sie ist dadurch zwar ein wenig länger, führt uns dafür aber um die südliche und westliche Seite des Monte San Calogero herum. Besonders die 10km am Südrand des Reservats sind landschaftlich wunderbar:

Sciara zu Fuß erkunden

Sieht man einmal von der Landschaft ab, ist Sciara auf den ersten Blick nicht besonders aufregend. Für all diejeningen, die sich für die Geschichte Siziliens interessieren aber nahezu ein "Muss". Das über dem Ort schwebende Schloss ist auch heute noch ein deutliches Symbol für mehr als 2000 Jahre Feudalismus, der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts (!) den Weg Siziliens in die Moderne blockiert hat:

Zum Reservat Monte San Calogero

Das Reservat Monte San Calogero ist ein Gebirge im Hinterland von Termini Imerese. Die Sage will, daß dort vor ca. 1500 Jahren ein Mönch namens San Calogero als Eremit lebte, um den Berg quälende Dämonen zu verjagen. Heute läßt sich besonders im östlichen Teil des Monte San Calogero hervorragend wandern. Die folgende Wegbeschreibung führt Sie vom Parkplatz an der neuen Pfarrkirche bis zum Eingang des Naturschutzgebiets:

Zum Musterhof Mendolilla

Während große Teile der sizilianischen Aristokratie die Modernisierung Siziliens bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein behinderten, gab es im 19. Jahrhundert in Palermo eine Bewegung junger liberaler Aristokraten, die anders dachten. Ihr Treffpunkt war der Palazzo Riso, heute Sitz des Museo d'Arte Contemporanea. Zu ihnen gehörte auch der oben bereits erwähnte Emanuele Notarbartolo. Die folgende Webseite beschreibt den Weg zu den Resten seines Musterhofes Mendolilla:

 

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