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Giovanni Falcone

Die ersten Versuche gegen die Mafia in Sizilien vorzugehen gab' es bereits vor ca. 100 Jahren. Der Niedergang der sizilianischen Mafia wurde aber erst in den 70er und 80er Jahren eingeleitet. Einen entscheidenden Einfluss darauf hatte der Ermittlungsrichter Giovanni Falcone.

Kindheit in der Kalsa

Giovanni Falcone wuchs in den 40iger und 50iger Jahren ausgerechnet in einem Viertel von Palermo auf, dessen Namen zu dieser Zeit fast als Synonym für "Mafia" genutzt wurde: die Kalsa. Den einen oder anderen seiner Spielkameraden traf der spätere Richter Giovanni Falcone vor Gericht wieder.

Die Familie Falcone verkörperte das genaue Gegenteil. Den Vater könnte man regelrecht als "italienischen Preußen" bezeichnen. Dieses gilt nicht nur für das persönliche Verhalten: Im Gegensatz zu einem in Sizilien weit verbreiteten Wunsch nach Autonomie, war die Familie Falcone stolz auf den italienischen Nationalstaat. Kein Wunder also, daß der spätere Mafia-Jäger Giovanni Falcone sich und seine Kollegen als "Vertreter des Staates auf feindlichem Gebiet" betrachtete.

In dieses Bild passt, daß in der Familie Falcone sehr viel Wert auf eine gute Schulausbildung gelegt wurde. Der junge Giovanni hat den hohen Erwartungen seiner Familie problemlos entsprochen. Er war durchgängig einer der Klassenbesten.

  Sizilien - Porträt des Mafia-Jägers Giovanni Falcone

Giovanni Falcone

Jura-Studium an der Universität Palermo

Giovanni Falcone wollte ursprünglich Ingenieur werden. Sein Vater überzeugte ihn aber Jura zu studieren, da juristische Berufe in Sizilien mit einem hohen Ansehen verbunden sind.

Die juristische Fakultät der Universität Palermo liegt ganz in der Nähe zweier touristischer Anziehungspunkte Palermos: dem Brunnen Fontana Pretoria und der berühmten Kreuzung Quattro Canti. Vielleicht hat diese historische Umgebung den Studenten Giovanni Falcone beflügelt: Er machte seinen Abschluss mit Auszeichnungen im Alter von 22 Jahren.

Die ersten praktischen Erfahrungen machte der junge Jurist ausserhalb Palermos. Dabei verbrachte er längere Zeit in Trapani. Bereits hier gelang ihm die Aufklärung verschiedener Mafia-Morde.

Giovanni Falcones Erfolge als Mafia-Jäger

1978 zog es Giovanni Falcone zurück in seine Heimatstadt Palermo. Er bekam anfangs "nur" eine Stelle am Konkursgericht. Bald wurde aber Rocco Chinnici, einer der wenigen leitenden Richter, die sich damals mit dem Thema Mafia befassten auf sein Talent aufmerksam. So wurde Falcone schon nach einem Jahr Mitglieder der Ermittlergruppe um Rocco Chinnici.

Das Kernproblem der Gruppe war, daß damals die Mafia schlicht eine Geheimorganisation war. Die Kultur der "Omertà" (nichts sehen, hören, wissen) wurde sehr intensiv gepflegt. Daher war so gut wie nichts über die inneren Strukturen der Mafia bekannt. Man wusste nicht einmal sicher, daß sich die sizilianische Mafia selber Cosa Nostra (Unsere Sache) nannte.

Giovanni Falcone wurde nicht zuletzt deswegen schnell zum eigentlichen Kopf der Ermittlergruppe, weil es ihm als erstem gelang, den Schleier der "Omertà" zu lüften. Seine damals fast revolutionäre Methode ist heutzutage alltägliche Praxis und heißt schlicht "internationale Zusammenarbeit". Da die Kultur der Omertà ausserhalb Siziliens unbekannt ist, waren die vielfältigen internationalen Kontakte der Mafia gleichzeitig ihre Schwachstelle.

Ein zweiter großer Schlag gelang Giovanni Falcone durch die Analyse der Aussagen des Aussteigers Tommaso Buscetta. Buscetta war ein hochrangiges und langgedientes Mitglied der Mafia. Seine Aussagen machten auf einen Schlag die gesamte Struktur der oberen Führungsebenen der sizilianischen Mafia transparent.

Das Attentat auf Giovanni Falcone und das Ende der Mafia

Das "Knacken" der Omertà markiert den Anfang vom Ende der sizilianischen Mafia. Sie reagierte entsprechend aggressiv. Eine Serie von Mordanschlägen auf Kollegen von Giovanni Falcone war häufig genug erfolgreich. Die sizilianische Mafia wird heute auch für Bombenanschläge in anderen Teilen Italiens verantwortlich gemacht.

Giovanni Falcone fiel am 23. Mai 1992 auf einer Fahrt vom Flughafen Palermo in die Stadt einem Attentat zum Opfer.

Mit ihren brachialen Methoden beschleunigte die Mafia nur ihren Niedergang. Es gab nicht nur mehr und mehr Ermittler vom Schlag eines Giovanni Falcone, sondern auch viele normale Bürger gingen gegen die Mafia auf die Straße - ein früher undenkbares, lebensgefährliches Unterfangen. Es blieb aber nicht nur bei Demonstrationen. In der Organisation Addiopizzo haben sich über 400 Geschäftsleute aus Palermo und Umgebung zusammengetan, die kein Schutzgeld mehr zahlen. Addiopizzo breitet sich mittlerweile über ganz Sizilien aus.

Heute, über 30 Jahre nach den ersten Erfolgen von Giovanni Falcone ist die "Kuppel", also die übergeordnete Führungsstruktur der sizilianischen Mafia zerschlagen. Das neue Gesicht der Mafia tritt heute z.B. als friedlicher Pionier für sizilianischen Biowein auf.

Der noch existierende Rest der sizilianischen Mafia hat sich vor allen Dingen eines hinter die Ohren geschrieben: Mit Gewalt schadet man sich selber am meisten. Wie der Blog-Beitrag Sizilien und Sicherheit eindrücklich zeigt, ist Sizilien heute eines der sichersten Urlaubsgebiete der Welt.

 

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