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Die Geschichte Siziliens

Wer spektakuläre Zeugnisse der arabischen und europäischen Kultur wie z.B. griechische Tempel, römische Siedlungen, arabische Badehäuser oder normannische Kirchen sehen möchte, fährt üblicherweise nach Ägypten, Griechenland, Rom oder England.

Die interessanteste Alternative dazu ist Sizilien. Hier findet man nämlich die gesamte Vielfalt der dieser Kulturen an ein und demselben Ort. Der Grund dafür sind die Lage und Fruchtbarkeit Siziliens. Die Insel bildet gleichzeitig den Mittelpunkt des mediterranen Raums und war immer gleichzeitig auch "Frontstaat" auf der Grenze zwischen den nordafrikanischen und europäischen Kulturen.

Wo immer Sie sich auf Sizilien umschauen, überall begegnen Ihnen die Spuren der wechselhaften Geschichte dieser Insel. Griechen, Römer, Araber, Normannen und Spanier haben uns beeindruckende Relikte dieser vergangenen Zeit hinterlassen. In den folgenden Abschnitten finden Sie einen sehr kurzen Überblick über das Geschehen.

Die Geschichte Siziliens - Zeitpfeil Griechen Römer Araber Normannen Staufer Sizilianische Vesper Spanier Italiener

Griechen

Die Geschichte Siziliens beginnt mit den alten Griechen - jedenfalls was deren schriftliche Aufarbeitung angeht. Die Griechen fingen ca. 750 v. Chr. an, Sizilien zu besiedeln. Sie trafen dabei auf "Vorbesitzer", die sich Sikaner und Sikuler nannten. Sie sind die Namensgeber unserer schönen Sonnen-Insel.

Die Griechen brachten die ganz große Kultur nach Sizilien - im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre gigantischen Tempel sind heute eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Siziliens. Besonders eindrucksvoll sind sie im Tal der Tempel bei Agrigento. Das Bild rechts zeigt den Tempel der Hera, der Schwester und gleichzeitig der Frau von Zeus.

  Sizilien bietet eine ereignisreiche Geschichte - Dies sieht man z.B. im Tal der Tempel bei Agrigento

Mit Solunto ist auf Sizilien sogar die vollständige Struktur einer griechischen Stadt erhalten. Besonders im Sommer kann hier der Besucher hautnah erleben, wie weit die Bewässerungstechnologie der Griechen entwickelt war. Solunto liegt auf einer Bergkuppe ohne eigene Quellen. Für den heissen sizilianischen Sommer musste also genügend Regenwasser in Zisternen gesammelt werden.

Römer

Den alten Griechen folgten - wie sollte es anders sein - die alten Römer. In den Jahren um 215. v. Chr. eroberten sie Sizilien und erschlugen dabei, neben tausenden "normalen" Sizilianern auch Archimedes, das Genie des Altertums.

Anders als die Griechen, betrachteten die Römer Sizilien nicht als ihre Heimat, sondern nur als Kornkammer. Daß sie nur wenig kulturell Bedeutsames hinterlassen haben verwundert also nicht. Eine römische Spezialität waren Bodenmosaiken. Die berühmtesten findet man in der Villa Romana del Casale. Es gibt sie aber auch in Palermo zu bewundern:

  Die Geschichte Siziliens - Bodenmosaik eines römischen Hauses in Palermo.

Gegenüber dem Palazzo dei Normanni finden Sie einen kleinen Park (Villa Bonanno) und in ihm wiederum die Reste zweier römischer Häuser mit dem oben rechts gezeigten Bodenmosaik.

395 wurde das römische Reich in eine westliche und eine östliche Hälfte geteilt. Die Hauptstadt der westlichen Hälfte blieb Rom, diejenige der östlichen Hälfte wurde Konstantinopel, das heutige Istambul. Die östliche Hälfte bekam ausserdem einen eigenen Namen - Byzanz. Kurz vor der Trennung machte Kaiser Theodosius I das Christentum zur Staatsreligion. Aus ihr wurde in der westlichen Hälfte die Katholische Kirche, während sich in Byzanz die Orthodoxe Kirche herausbildete.

Sizilien war bis 535 eine Provinz Westroms und kam dann unter byzantinischen Einfluss. Dort blieb es für etwa 300 Jahre. Damit kam gleichzeitig die orthodoxe Variante des Christentums nach Sizilien. Ihren Einfluss auf die Geschichte Siziliens sieht man in einigen Kirchen noch heute. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dom von Cefalù.

Araber

In der Zwischenzeit hatte sich die arabische Kultur stark entwickelt. Sie wurde im südlichen Mittelmeerraum zur dominierenden Macht und eroberte Sizilien bis 831 vollständig. Die nun vorherrschende Religion war der Islam.

Die arabische Phase der sizilianischen Geschichte war eine der Blütezeiten Siziliens. Davon profitierte auch und besonders Palermo. Es verwundert daher nicht, daß der Besucher hier immer wieder auf arabisch anmutende Gebäude trifft.

Ein schönes Beispiel dafür sind die roten runden Türme von San Giovanni degli Eremiti beim Brunnen Fontana Pretoria.

  Die Geschichte Siziliens - Das arabische Badehaus bei Cefalà Diana.

Ein anderes Beispiel ist das noch erstaunlich gut erhaltene arabische Badehaus bei Cefalà Diana (siehe Bild). Wenig bekannt ist auch, daß die Araber die Zitrusfrüchte und die zur Bewirtschaftung notwendige Bewässerungstechnologie mitbrachten.

Normannen

Mittlerweile war das weströmische Reich zerfallen. Im heutigen Süditalien trieben normannische Söldnertruppen ihr Unwesen. Als besonders "erfolgreich" tat sich dabei ein gewisser Roger Guiscard hervor.

Sein Talent war auch Papst Nikolaus II in Rom nicht verborgen geblieben. Das brachte ihn auf eine geniale Idee: Er versprach Roger die weltliche Herrschaft über Sizilien, wenn dieser es (1) von den Arabern zurückerobern, (2) gleichzeitig einen erneuten Einfluss von Byzanz verhindern würde und (3) den Vatikan als Eigentümer ganz Siziliens akzeptieren würde.

  Die Geschichte Siziliens - Der Palazzo dei Normanni in Palermo.

Diese Beute ließ ich Roger nicht entgehen. Es gelang ihm, Sizilien bis 1071 vollständig zu besetzen. Nach der Eroberung stellte sich schnell heraus, daß Roger I, wie er nun hiess, nicht nur den Krieg, sondern auch den Frieden gut beherrschte. Er installierte ein extrem zentralisiertes Verwaltungssystem und mischte auch kräftig in der sizilianischen Wirtschaft mit. Alle Fäden liefen damals im Palazzo dei Normanni zusammen (siehe Bild). Heute beherbergt es das sizilianischen Parlament.

Im Gegensatz zum Papst hatten die Normannen eigentlich nichts gegen die Araber. Die arabische Kultur wurde also nicht "niedergebrannt", sondern im Gegenteil genutzt. Viele normannische Bauwerke wurden von arabischen Baumeistern gebaut. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Zisa in Palermo.

Siziliens, durch die Araber eingeleitete Blütezeit setzte sich also in der normannischen Phase der Geschichte Siziliens fort. Jedenfalls zu Beginn. Nach und nach wurde aber ein entscheidener Nachteil des normannischen Systems deutlich: Eine starke Zentralisierung funktioniert nur, wenn derjenige, bei dem alle Fäden zusammenlaufen gleichzeitig Machtmensch und Organisationstalent ist - eben wie Roger I und sein Nachfolger Roger II. Dessen Nachfolger allerdings waren eher weniger mit diesen Talenten gesegnet.

Staufer

Ein anderer hatte da mehr Glück: Der Staufer Heinrich VI, ein Sohn von Barbarossa. Letzterer hatte seinen Sohn mit einer Tochter von Roger II verheiratet. Die Staufer betrachteten sich daher als legitime Nachfahren der Normannen und konnten Sizilien so unblutig übernehmen.

Tatsächlich wird heute im Alltag kaum zwischen Normannen und Staufern unterschieden. Es lohnt sich eigentlich nur wegen Friedrich II, dem Sohns Heinrichs VI.

  Die Geschichte Siziliens - Der Kathedrale von Palermo mit dem Sarkophag des Staufers Friedrich II.

Friedrich hatte nicht nur die Talente von Roger I, sondern war zusätzlich auch noch sehr gebildet und brachte es bis zum Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches". Er gilt als eines der "Highlights" der Geschichte Siziliens und mit einem Sarkophag im Dom zu Palermo (siehe Bild) geehrt.

Trotz all seines Talentes begann aber unter ihm der unaufhaltsame Abstieg Siziliens. Kulturell lag Sizilien nicht mehr in der Mitte der mediterranen Antike, sondern auf der Demakrationslinie zwischen zwei großen Kulturen - der arabisch-muslemischen im Süden und der europäisch-christlichen im Norden. In letzterem verschoben sich die wirtschaftlichen Zentren mehr und mehr nach Norden. Städte wie Syrakus und Palermo waren die Verlierer, Städte wie Florenz, Venedig, Magdeburg und Lübeck die Gewinner.

Sizilianische Vesper

Mit dem Tod Friedrichs II begann auch der Abstieg der Staufer. Für Papst Urban IV war das die Gelegenheit, die ungeliebten Staufer loszuwerden.

So wie einst Papst Nikolaus II den Normannen Roger I angeheuert hatte um Sizilien zu erobern, so fädelte nun der französische Papst Urban IV einen ähnlichen Deal mit seinem Landsmann Karl von Anjou ein.

Und wie Roger I, so gelang auch Karl die Eroberung Siziliens. 1266 war die Insel vollständig unter französischer Kontrolle.

  Die Geschichte Siziliens - Die Chiesa dello Spirito Santo in Palermo. Hier begann die Sizilianische Vesper.

So schnell wie sie gekommen waren, so schnell waren die französischen Besatzer wegen ihres brutalen Regimes auch verhasst. 1282 begann bei der Chiesa dello Spirito Santo in Palermo (siehe Bild) ein blutiger Volksaufstand, der alles auch nur ansatzweise Französische niedermachte.

Nach nur wenigen Wochen gab es auf Sizilien keinen Franzosen mehr. Erstaunlich in einer Zeit ohne Twitter und Facebook und Nato-Unterstützung aus der Luft. Nicht zuletzt deswegen ist der Aufstand unter dem Namen "Sizilianische Vesper" in die Geschichte eingegangen.

Spanier

Am Ende der Sizilianischen Vesper waren die Besatzer verschwun­den, dadurch der Einfluss des Papstes auf Null - und niemand da, der dieses Vakuum füllen konnte. Die Sizilianer baten daher den Spanier Peter von Aragón als Schutzmacht aufzutreten.

Damit begann eine fast 600 Jahre währende spanische Herrschaft über Sizilien. Ihr Einfluß auf die Geschichte Siziliens spiegelt sich in vielen Altstädten wider. Hier begegnet man häufig einem Baustil, der weit über die Insel hinaus als "Sizilianischer Barock" bekannt ist.

In Palermo sind die schon spanisch klingende "Via Maqueda" und die sie teilende Kreuzung Quattro Canti (siehe Bild) ein gutes Beispiel dafür.

Die Spanier mischten sich relativ wenig in die inneren Ange­legenheiten der alteingesessenen sizilianischen Aristokratie ein. Letztere lebte sehr gut von ihren großen Gütern und hatte wenig Interesse an Reformen jeglicher Art. Die wirtschaftlichen Folgen waren eine immer geringer werdende Konkurrenzfähigkeit sizilianischer Produkte.

  Die Geschichte Siziliens - Die Kreuzung Quattro Canti in der Altstadt von Palermo, Beispiel für den spanischen Einfluss.

Die sozialen Folgen spiegelten sich in einer sehr kleinen, sehr reichen Oberschicht und einer großen am Rande des Existenzminimums lebenden Schicht landloser Bauern wider. Diese Rückständigkeit macht Sizilien bis heute zu schaffen. Zwei Konsequenzen in der neueren Geschichte Siziliens sind das Entstehen der Mafia im 19. Jahrhundert und eine Analfabetenquote von 25% noch 1950.

Aber auch Spanien sah sich mehr und mehr Problemen gegenüber. Innere Konflikte hatten die einstige Weltmacht so stark geschwächt, daß es 1860 dem italienischen Guerillaführer Giuseppe Garibaldi mit wenig Aufwand gelang, Sizilien zu erobern. Die Insel wurde damit Teil des gerade entstehenden italienischen Nationalstaats.

Italiener

Die Eroberung Giuseppe Garibaldis wird in einfachen oder patriotisch verklärten Betrachtungen der Geschichte Siziliens häufig als "Befreiung" gefeiert. Tatsächlich war sie aber sowohl auf Seiten einiger "Befreier" aus Norditalien, als auch auf Seiten der "befreiten" Sizilianer mehr als umstritten.

Die Zweifler aus dem sich industrialisierenden Norden sahen die Rückständigkeit des agrarischen, feudalen Südens mit Sorge. Sie versuchten stellenweise im wahrsten Sinne des Wortes "mit Gewalt" Sizilien die Strukturen des Nordens überzustülpen. Das wiederum führte dazu, daß viele Sizilianer sich schon nach kurzer Zeit die Spanier zurück wünschten.

Dieser inneritalienische Nord-Süd-Konflikt besteht bis heute:

  Die Geschichte Siziliens - Die Flaggen Europas, Italiens und Siziliens.

Nach wie vor sind die wirtschaftlichen aber auch die kulturellen Unterschiede mehr als deutlich. Dieses ist einer der Gründe für den Erfolg der 1989 gegründeten Partei "Lega Nord". Sie möchte, daß die in Nord-Italien erwirtschafteten Steuergelder in der Region bleiben. Angesichts von 150 Jahren erfolgloser Alimentierung Süd-Italiens ist dieses Argument verständlich. Die Lega Nord wäre wohl noch wesentlich erfolgreicher, fiele sie nicht immer wieder durch eine abstoßend aggressive Polemik auf.

Eine Strömung in der Lega Nord setzt sich sogar für die Abspaltung "Padaniens" (wie sie Norditalien nennen) ein. Dieses könnte sich allerdings als schwerer Fehler erweisen. Denn tatsächlich befindet sich Sizilien auf dem Weg der Besserung. Mehr noch - die Entwicklungen in Nordafrika und der wirtschaftliche Boom in der Türkei deuten darauf hin, daß der gesamte mediterrane Raum in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen wird. Als Hinweis darauf mögen chinesische Pläne für einen Großflughafen auf Sizilien dienen. Kein Wunder, das hier Sizilien erste Wahl ist: wie schon zur Zeit der alten Griechen in jeder Hinsicht der Mittelpunkt des Mittelmeers.

 

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